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Kooperationsmanagementsysteme für Logistik-Netzwerke
Sontag, 09. Dezember 2007

Prozessorientierte Kooperationsmanagementsysteme als Erfolgsfaktor von Logistik Netzwerken

Ein Forschungsprojekt im Rahmen des Förderkonzeptes "Dienstleistungen für das 21. Jahrhundert"

 

Der Forschungsbedarf

Kooperationen in der Beschaffungs- und Distributionslogistik beziehen sich in den meisten Fällen auf einen gemeinsamen Einkauf und Verwaltung von Waren sowie deren Zugriff für den gesamten Verbund. Ziel derartiger Kooperationen ist die Realisierung von Kosteneinsparungspotenzialen sowie eine Steigerung der Dienstleistungsqualität gegenüber dem Kunden.

Die regelmäßig auftretenden Warenaustauschbeziehungen und damit verbundenen internen Verrechnungen der Leistungen zwischen wechselnden Partnern führen zu einer ausgeprägten Intensität und Dauer der Zusammenarbeit. Diese Kennzeichen bedingen eine starke Abhängigkeit weiterhin autonomer Unternehmen und eine häufig anzutreffende hohe Intransparenz der Geschäftsbeziehungen und bergen damit ein hohes Konfliktpotenzial.

Zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit von horizontalen Kooperationsnetzwerken müssen daher zielorientierte, individuelle Managementkonzepte geschaffen werden, die in der Lage sind, die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen, um auf diese Weise gerade in Krisensituationen die Geschäftsfähigkeit der Kooperationsgemeinschaft aufrecht zu erhalten.

Gelingt es dem Management als Motor der Kooperation nicht, die Partner zusammenzuhalten und unterschiedlichen Unternehmensinteressen gerecht zu werden, ist die Kooperation existentiell bedroht.

Das Forschungsziel

Ziel des Forschungsvorhabens war es daher, einen Gestaltungsbaukasten zu entwickeln, der den Aufbau eines Kooperationsmanagements ermöglicht, das auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmensverbundes zugeschnitten ist.

Der Anwender soll zu Beginn mit Hilfe von Checklisten und Referenzmodellen eine erste Einordnung seines Kooperationsverbundes vornehmen können. Diese Positionierung soll ihm die Modifizierung eines allgemeinen Kooperationsmanagementsystems mit den fünf Standardmodulen Planung, Organisation, Führung, Information und Kontrolle auf seine persönlichen Bedürfnisse erleichtern.
Für jedes dieser Module sind im Gestaltungsbaukasten „Fächer“ eingerichtet, die für die verschiedenen Anwendungsfälle eine Auswahl geeigneter Strukturen und Organisationsmodelle mit Einsatzempfehlungen und Realisierungsvorschlägen enthalten.

Der Baukasten soll als lernendes System konzipiert werden, in das der Anwender Methoden, Vorgehensweisen, aufgetretene Probleme und Lösungswege, die sich bewährt haben, einzufügen kann.

Die Forschungspartner

Die Energieversorgung Oberhausen AG versorgt im gesamten Gebiet der Stadt Oberhausen industrielle und private Kunden mit Strom, Gas und Fernwärme. Die Emscher Lippe Energie GmbH unterhält als Energiedienstleister für den Bereich Strom ein Versorgungsnetz für die Städte Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck. Die Unternehmen strebten im Rahmen des Forschungsprojektes eine Zusammenarbeit in den Bereichen Einkauf/ Beschaffung, Materialwirtschaft und Bevorratung an.

Die
Nordwest Handel AG als eine Einkaufs- und Systemzentrale für mehr als 650 mittelständische Großhändler plante als drittes antragstellendes Unternehmen mit der Vereinigung von Großhändlern für Haustechnik (VGH) den Aufbau homogener Leistungsgemeinschaften zwischen mittelständischen Großhändlern in den Bereichen Einkauf und Materialwirtschaft.

Die Aufgabenschwerpunkte der Sozialforschungsstelle Dortmund im Rahmen dieses Projektes lag in der Integration der Mitarbeiter in den Gestaltungsprozess sowie der Förderung der entstehenden organisatorischen und personalen Entwicklungsprozesse.

Das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund entwickelte den Gestaltungsbaukasten und betreute die Unternehmen bei seinem Einsatz zur Gestaltung der Kooperationsverbünde und eines Kooperationsmanagements